Herausforderungen durch Corona

Als Erzieher benötigt man vor allem Geduld, Flexibilität und Improvisationstalent. Was schon zu „normalen“ Zeiten gilt, wird in Zeiten von Corona noch einmal besonders deutlich. Beispielsweise bei der Umsetzung der aktuellsten Corona-Vorgaben: Am Dienstag wurden sie von Angela Merken und den Ministerpräsidenten beschlossen. „Bei uns kam die eMail aus dem Ministerium dann am Donnerstag um 16.35 Uhr an – kurz nach Feierabend“, zeigt Eugen Scholle, Leiter des DRK-Bewegungskindergartens „Am Schloss“, den zeitlichen Ablauf auf. Die Eckpfeiler waren da schon aus den Medien bekannt, daher waren schon erste Vorbereitungen getroffen worden. Am Freitagvormittag gab es eine gemeinsame Leitungsrunde der DRK-Kitaleitungen, um eine gemeinsame Linie abzustimmen, am Freitagmittag gingen die Informationen über die Elternvertreter an die Eltern weitergeleitet. „Aber schon am Donnerstag ging öfter das Telefon, weil Eltern nach Informationen fragten. Sie brauchen natürlich auch Planungssicherheit“, so Scholle. Verständlich zu machen, dass noch keine Informationen vorlägen, obwohl die Entscheidung schon 48 Stunden alt sei, sei nicht immer einfach, so die Beobachtung.

Der Appell an die Eltern, die Betreuung der Kinder nach Möglichkeit selbst zu übernehmen, helfe, die Situation zu bewältigen, aber dennoch bleibt ein dauernder Druck, der auf den Schultern der Mitarbeiter lastet. Auch mit den um zehn Wochenstunden reduzierten Betreuungszeiten kommen zahlreiche Kinder in die Einrichtungen: In einigen Gruppen sind es 20 Prozent, in anderen 65 Prozent aller Kinder. Da die Gruppen strickt getrennt bleiben müssen, besteht auch keine Möglichkeit, die Gruppen durch Wechsel gleich groß zu machen.

Je nach Anzahl der Kinder müssen dann die Dienstpläne angepasst werden. Da viele Mitarbeiter auch gleichzeitig Eltern sind, die ihre Kinder zu Hause betreuen sollen, ist dies eine weitere Herausforderung, so die Geschäftsführung des DRK Senden. Die Einrichtungen seien gewillt, den Betreuungsbedarf zu decken, aber dazu müssten alle Seiten ihren Teil beitragen.

Hinzu kommt: Den Mitarbeitern werden vom Land zwar FFP2-Masken zu Verfügung gestellt, diese können aber im Arbeitsalltag kaum getragen werden, da die Kommunikation mit den Kindern zu einem großen Teil über Mimik und Gestik läuft. Die Gefahr einer Ansteckung schwingt also ständig im Hinterkopf mit. Da hilft es auch nicht, wenn der zuständige Minister Dr. Joachim Stamp die Kita-Mitarbeiter in seinem Anschreiben als „Helden und Heldinnen“ bezeichnet. Hoffnung gibt da eher der Blick auf den März, wenn es wieder wärmer wird, man öfter und länger lüften kann und auch wieder die Möglichkeit besteht, mehr draußen zu sein.

Foto + Text: Andreas Krüskemper
Transparenzhinweis: Der Verfasser ist selbst Mitglied im DRK-Ortsverein Senden.

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