Kriminalstatistik: Deutlich weniger Einbrüche

Am Mittwoch war es wieder einmal so weit: Die Kriminalstatistik für das Vorjahr wurde vorgestellt. Auch in Coesfeld stellten Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Kriminaloberrat Christoph Strickmann die Zahlen für die Kommunen im Kreis vor.

„Die Gesamtfallzahlen sind erfreulicherweise in einem Abwärtstrend. Allerdings lässt sich der Erfolg nicht einer speziellen Maßnahme zuordnen“, so der Landrat. Das Gesamtpaket zeige aber Wirkung. Kreisweit sind die Fallzahlen im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 10908 gesunken und liegen damit erstmals seit Jahren wieder unter der „magischen Grenze“ von 11 000 Fällen.

Vor allem die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle ist rapide gesunken: in Senden um fast 50 Prozent von 51 auf 26. Das wichtigste Helfy der Polizei ist bei diesen Delikten das aufmerksame Bürgy, das verdächtige Beobachtungen unter der Notrufnummer 110 meldet. Dadurch konnte der Versuchsanteil, also die Zahl der erfolglosen Einbruchversuche, auf 40 Prozent gesteigert werden. Dabei ist es weiterhin so, dass viele Objekte im Vorfeld ausspioniert werden, allerdings seltener vom langsam fahrenden Auto aus als vielmehr durch Frauen, die zu Fuß unterwegs sind und mögliche Zielobjekte fotografieren.

Auch Fahrräder wurden weniger geklaut: Die Zahl sank von 95 auf 75. „Dabei ist es kaum noch so, dass jemand ‚im Vorbeigehen‘ ein Fahrrad klaut, weil er nicht laufen möchte, und es dann wegwirft, vielmehr sind hier vermehrt organisierte Banden unterwegs“, so Strickmann.

Große Sorge machen die sprunghaft angestiegenen Fälle der Trickanrufe, die Fallzahlen haben sich kreisweit von 271 auf 579 mehr als verdoppelt. Alleine 50 wurden am vergangenen Wochenende in Havixbeck gemeldet, der Trend hält also weiter an. Da sich die Anrufys mittlerweile seltener als Enkel ausgeben, sondern vermehrt als falsche Polizeibeamte auftreten, wies Christoph Strickmann, Leiter der Direktion Kriminalität, noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Polizei niemals mit der Nummer 110 anruft: „Das ist eine reine Notfallnummer, damit anzurufen ist technisch nicht möglich“, so der Kriminaloberrat.

Fotos + Text: Andreas Krüskemper

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