Annegret Kramp-Karrenbauer zur „Miss Homophobia 2018“ gewählt

Bei einer von der Menschenrechtsinitiative „Enough is Enough“ initiierten Online-Abstimmung mit mehr als 12.000 Teilnehmys wurde die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer zur „Miss Homophobia 2018“ gewählt.
Bereits zum vierten Mal riefen die Aktivistys von „Enough is Enough! Open your mouth!“ im November zur Wahl der homophobsten öffentlichen Person auf. Anders als im Vorjahr wurde 2018 dabei nicht nach Geschlechtern unterschieden. Aus mehreren Vorschlägen wurden durch eine Online-Befragung fünf Personen zur Wahl nominiert: Annegret Kramp-Karrenbauer (56), AfD-Führungsmitglied und Vorjahresgewinnerin Alice Weidel (39), der österreichische Sänger Andreas Gabalier (34), Papst Franziskus (82) und die AfD-Politikerin Nicole Höchst (48, MdB). An der finalen Abstimmung zum Titel nahmen 12154 Menschen mit gültigen Stimmen teil. Mit 45 % aller gültigen abgegebenen Stimmen gewinnt die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer den Titel „Miss Homophobia 2018“.
Die Politikerin war vor und im Zeitraum der Abstimmung mehrfach dadurch aufgefallen, dass sie die Ehe für alle infrage stellte und gleichgeschlechtliche Lebensweisen mit Inzucht und Polygamie verglich. Sie war dafür sowohl in der eigenen Partei wie auch im eigenen Familienkreis stark kritisiert worden, beharrte aber bis zur Wahl als neue CDU-Vorsitzende auf ihren abstrusen Positionen.
Auf die Zweitplatzierte, Alice Weidel, entfielen immerhin noch 19 % aller Stimmen. Sie bleibt damit nur knapp hinter ihrem Vorjahresergebnis von 19,8 %. Andreas Gabalier bekam 18 %, Papst Franziskus und Nicole Höchst jeweils 9 % aller Stimmen.
Warum sich fast die Hälfte aller Abstimmungs-Teilnehmys für Kramp-Karrenbauer als homophobsten Menschen in Deutschland entschieden haben, begründen die Aktivisten der Initiative so: „Annegret Kramp-Karrenbauer hat homophobe Positionen ganz eindeutig dazu genutzt, sich im Wahlkampf um den CDU-Vorsitz als ‚zuverlässige‘ wertkonservative Politikerin zu inszenieren. Was an gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wertvoll oder konservativ sein soll, muss sie noch beantworten. Die Ehe für alle ist seit ihrer Einführung etwas, dass für mehr Glück, Stabilität und Gerechtigkeit in Deutschland sorgt. Sie konstituiert öffentlich Familien, bietet vielen Tausend Kindern eine nun auch rechtlich abgesicherte Basis für ihr Aufwachsen mit Regenbogeneltern und sorgt dafür, dass über Jahrzehnte an LGBTIQ* begangenes Unrecht nicht wiedergutgemacht, aber von anderen, schöneren Bildern überlagert wird. Das – Jahre nachdem auch viele Abgeordnete ihrer Partei für die Ehe für alle gestimmt haben – erneut zur Diskussion zu stellen und als Spielball im Wahlkampf zu benutzen, ist ein direkter Angriff auf Hunderttausende Menschen in unserem Land, dem selbst Kramp-Karrenbauers eigene Kinder mit Unverständnis gegenüberstehen. Und rechtfertigt Kramp-Karrenbauers Wahl zur homophobsten öffentlichen Person in Deutschland vollständig.“

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